Welche Unterlagen benötigt ein nicht ansässiger Investor zur Unterzeichnung einer Urkunde in Spanien? Beratung für neue Bewohner im Immobilienbereich

Spanien ist ein Land, in dem die notarielle Funktion als Ausdruck der Rechtssicherheit eines Rechtsstaates streng ausgeübt wird.

Der Investor, der nicht in Spanien ansässig ist (spanische oder ausländische natürliche Personen oder Gesellschaften) und beabsichtigt, eine öffentliche Urkunde zum Erwerb bestimmter Vermögenswerte, wie z.B. eines Hauses, erstellen zu lassen, muss die Anforderungen kennen, die nach spanischem Recht für die Unterzeichnung dieses öffentlichen Dokuments erforderlich sind.

Das erste, was beim Notar getan werden muss, ist, abgesehen davon, dass man sich richtig ausweist, den Status als Nichtansässiger in dem Land nachzuweisen.

Die Form zur Anerkennung dieser Bedingung des „Nichtansässigen“ sind in Artikel 2 Absatz 3 des Königlichen Dekrets 1816/1991 vom 20. Dezember über die wirtschaftlichen Transaktionen mit dem Ausland sowie in Artikel 3 des Erlasses vom 28. Mai 2001geregelt, die  die anzuwendenden Verfahren für die Anmeldung ausländischer Investitionen und ihrer entsprechenden Besteuerung, ebenso wie die Verfahren für die Vorlage von Jahresberichten und Zulassungsakten festlegt.

Wenn die nichtansässige natürlich Person Spanier ist, muss sie eine Bescheinigung der spanischen Konsularbehörde, die maximal zwei Monate vorher ausgestellt wird, vorlegen, die ihre Registrierung im Konsulat der entsprechenden Botschaft bestätigt.

Handelt es sich bei der nichtansässigen, natürlichen Person um einen Ausländer, muss dieser eine von der zuständigen Behörde ausgestellte negative Aufenthaltsbescheinigung, die ebenfalls maximal zwei Monate vorher ausgestellt wird, vorlegen.

Man kann dies auch nachweisen durch eine von der Steuerbehörde des Wohnsitzlandes ausgestellten Bescheinigung oder durch ein Schreiben, in dem man erklärt, dass man in einem anderen Staat ansässig ist, dass man keinen festen Wohnsitz in Spanien hat und, dass man sich verpflichtet, jegliche Änderung dieser Umstände mitzuteilen.

Bei Gesellschaften mit Sitz im Ausland müssen diese einen klaren Nachweis vorlegen, der die Rechtsform und den Firmensitz bescheinigt.

Niederlassungen von  spanischen Unternehmen im Ausland benötigen eine Bescheinigung des entsprechenden spanischen Konsuls, dass sie in dem betreffenden Land eingetragen sind.

Bei nichtansässigen, spanischen, natürlichen Personen ist es in Dringlichkeitsfällen möglich, die Urkunde ohne diese Bescheinigung zu unterzeichnen. Zu diesem Zweck ist es notwendig, eine schriftliche Erklärung über den Status als Nichtansässiger abzugeben und andere Beweismittel vorzulegen, aber in jedem Fall muss die Bescheinigung bei der spanischen Konsularbehörde beantragt werden und diese, sobald wie möglich der spanischen Behörde, vor Ablauf eines Monats, vorlegt werden.

Für den Fall, dass die nichtansässige Person über ein spanisches Bankkonto verfügt und die Zahlung der Investition von diesem Konto geleistet wurde, kann eine von dieser Einrichtung ausgestellte Bescheinigung über das Kapital auch den Status des Nichtansässigen belegen.

Ebenso wichtig ist es zu beachten, dass die Person, auch wenn sie Spanier ist, vor dem Notar erscheinen und sich entsprechend mit NIE-Nummer ausweisen muss, und dass Artikel 47 des spanischen Steuergesetzes 58/2003 vom 17. Dezember den Nichtansässigen dazu verplichtet, einen Steuervertreter für spanisches Gebiet zu ernennen,

Wie zu sehen ist, sind die Regelungen umfassend, um die Einhaltung der Steuergesetze zu gewährleisten und ausserdem übt die notarielle Funktion eine strenge Kontrolle iher Einhaltung aus. Aus diesen Gründen ist es ratsam, dass Sie vor der Durchführung Ihrer Investition einen Anwalt konsultieren, damit er Sie in Bezug auf die geltenden Rechtsvorschriften berät und die Transaktion ohne Zwischenfälle durchgeführt werden kann.

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur IhrerVerfügung.